Geschichte

Geschichte

Die Geschichte von Adlerwelt

Der Hintergrund

Der Grundstein für das Reservat wurde 1970 am Arresø in Nordseeland gelegt. Frank Wenzel erforschte und trainierte Falken und Adler, die er von seinen zahlreichen Reisen als Fotograf für Dansk Kulturfilm und den Verlag Munksgaard nach Dänemark gebracht hatte. Bereits damals hatte sich Frank Wenzel als einer der allerersten Menschen ausgezeichnet, denen es gelungen war, Greifvögel in menschlicher Obhut zu züchten – etwas, das er dank seines Hintergrunds als Fotograf dokumentieren konnte.

Schon zu jener Zeit galt er als einer der führenden Greifvogelspezialisten Dänemarks und hielt auf besondere Einladung von Ragnar Spärck Vorlesungen an der Universität Kopenhagen über sein Buch Der Wespenbussard. Darüber hinaus produzierte Frank einen der ersten Naturfilme für das dänische Fernsehen, der sich ebenfalls mit dem Wespenbussard beschäftigte.

Die Anfänge des Reservats

1976 zog die Familie Wenzel vom Arresø in Nordseeland nach Nordjütland bei Skagen, wo der erste Schritt zur Gründung des Adlerreservats gemacht wurde.

Die Gegend nahe am Meer, die Dünen und die beeindruckende Natur erwiesen sich als der ideale Ort für die Mission der Familie: Aufklärung, Wissen und Verständnis für Greifvögel und ihre Bedeutung in der Natur zu schaffen. Anfangs funktionierte das Reservat als Versuchsprojekt, doch 1980 wurde der Ort endgültig etabliert und das Adlerreservat offiziell gegründet.

Frank wollte einen Ort schaffen, an dem Greifvögel mehr Freiheit und Raum unter ihren Flügeln haben konnten. Deshalb zog er einige der weltweit führenden Ornithologen und Falkner zu Rate, und gemeinsam fanden sie bei Skagen einen geeigneten Standort mit weiten Landschaften, Wald und Meer. Ziel war es, ein Zentrum für die Erforschung von Greifvögeln zu schaffen – einen Ort, der sich der Aufklärung, dem Schutz und vor allem dem Respekt gegenüber Greifvögeln widmet. Ursprünglich war das Adlerreservat nicht für Besucher gedacht.

Zu Beginn konzentrierte sich das Reservat hauptsächlich auf nordische Adler- und Falkenarten. Darüber hinaus hatte Frank mehrere Kaiseradler aus Mazedonien freigekauft. Zur Zeit der Gründung des Reservats begegnete man Greifvögeln allgemein mit wenig Respekt; sie wurden in ihren Heimatländern häufig erschossen oder gefangen gehalten.

Das Publikum strömt herbei

Überraschend viele Menschen interessierten sich für den Ort. Da Frank seine Erfahrungen und sein Wissen gerne teilen wollte, öffnete das Reservat schließlich zu festgelegten Zeiten für Besucher – selbstverständlich angepasst an den natürlichen Tagesrhythmus der Greifvögel.

Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre kamen zunächst nur 10 bis 15 Menschen ganz informell vorbei. Doch als sich der Ruf des Reservats verbreitete, konnten an einzelnen Tagen bis zu 2.000 Besucher kommen.

Die Besucher waren – und sind bis heute – ausschließlich zu den Bedingungen der Greifvögel willkommen. Deshalb ist der Besucherbereich begrenzt, während das Gebiet der Tiere unbegrenzt bleibt. Die Greifvögel können selbst entscheiden, ob sie Kontakt mit dem Publikum möchten oder nicht – ein deutlicher Gegensatz zu traditionellen Zoos. Das stellt natürlich höhere Anforderungen an die fachliche Kompetenz des Personals und an das Vertrauen zwischen Mensch und Tier.

Das Reservat erweitert sich

Im Jahr 2005 entschied sich das Adlerreservat, Adlerarten aus allen Kontinenten aufzunehmen, auf denen Adler vorkommen. Der Ort brauchte eine Erneuerung, und Frank wollte den Stammgästen neues Wissen und neue Erlebnisse bieten.

Frank betont jedoch ausdrücklich, dass es niemals darum ging, Greifvögel zu katalogisieren. Die Erweiterung fiel vielmehr mit der Möglichkeit zusammen, mehrere ausländische Adlerarten zu übernehmen und ihnen im Adlerreservat ein Zuhause zu geben. Heute können Besucher Adlerarten aus Amerika, Sibirien, China, Zentralasien und Afrika bewundern.

2005 errichtete das Adlerreservat außerdem Tribünen für die Gäste, damit alle denselben guten Blick auf die Falken und Adler haben, die während der Vorführungen von einem Falkner zum Publikum gerufen werden – und sich freiwillig bewundern lassen.

50 Jahre respektvolles Zusammenleben

Im Jahr 2026 feiert das Adlerreservat sein 50-jähriges Jubiläum und kann auf eine bedeutende Arbeit zurückblicken, die Öffentlichkeit über die enorme kulturhistorische Bedeutung, die Physiologie und die Natur der Greifvögel aufzuklären.

Frank hat Greifvögel sowohl in freier Wildbahn als auch im Adlerreservat ein Leben lang studiert und mit ihnen gelebt. Er gilt als einer der bedeutendsten Spezialisten für die größte Vielfalt an Greifvogelarten. Dieses umfassende Wissen hat er durch seine Arbeit im Adlerreservat, durch seine Bücher sowie durch Fotografien und Filme in einer mehr als 70 Jahre langen Karriere weitergegeben.

Heute gehört Dänemark zu den Ländern der Welt mit dem größten Wissen über, dem größten Respekt vor und dem größten Interesse an Greifvögeln. Deshalb gibt es im Jubiläumsjahr für Frank und das Adlerreservat wirklich viel zu feiern.

 

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