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Licht, Blick und Flügelschlag – Greifvögel durch die Linse von Silas Orbe

Fotograf Silas Orbe war mit seiner Kamera im Adlerreservat, und seine Bilder sind eine echte Freude. Wir haben im Laufe der Jahre viele Aufnahmen unserer Vögel gesehen, aber diese gehören zur Spitzenklasse. Hier schauen wir genauer hin, was sie so gut macht – von der Schärfe im Auge bis zum Timing in der Luft.

Wir arbeiten seit 1976 mit Greifvögeln und sehen unsere Vögel jeden Tag. Gerade deshalb freut es uns, wenn ein Fotograf sie so zeigt, dass wir ein zweites Mal hinschauen. Die Bilder von Silas Orbe haben die Ruhe und Präzision, die gute Naturfotografie ausmachen: Der Fokus sitzt, wo er sitzen soll, das Licht ist mit Sorgfalt eingesetzt, und der Vogel steht im Mittelpunkt.

Porträt eines Bartgeiers

Bartgeier. Foto: Silas Orbe

Das Porträt des Bartgeiers ist ganz um das Auge herum aufgebaut. Der rote Augenring ist gestochen scharf, und die Schärfe reicht bis in die feinen, abstehenden Federn des hellen Kragens. Die geringe Schärfentiefe legt den Himmel hinter dem Vogel als weiche blaue Fläche mit weißen Wolken an, die nicht von ihm ablenkt. Das Licht ist gleichmäßig und weich, sodass die weißen Federn bis in die Lichter Zeichnung behalten, ohne dass etwas ausbrennt. Der Kopf sitzt im linken Bildteil und blickt ins Bild hinein, was ihm viel Raum gibt.

Riesenseeadler aus nächster Nähe

Riesenseeadler. Foto: Silas Orbe

Der Riesenseeadler ist aus nächster Nähe fotografiert, der große orangefarbene Schnabel leicht geöffnet. Das Auge liegt im scharfen Fokus, und die Federn am Kopf haben eine feine, fast greifbare Struktur. Der Hintergrund löst sich in ein ruhiges grünes Bokeh auf, das den orangefarbenen Schnabel und das dunkle Gefieder ergänzt. Der Schnabel ragt diagonal ins Bild und verleiht dem Porträt Kraft und Richtung.

Seeadler mit ausgebreiteten Flügeln kurz vor der Landung

Seeadler. Foto: Silas Orbe

Hier beeindruckt das Timing. Der Seeadler ist genau in der Sekunde festgehalten, in der die Flügel ganz ausgebreitet sind und die Füße sich vor der Landung nach vorn strecken. Die Flügelspitzen sind scharf, die Bewegung ist eingefroren, und das Feuchtgebiet mit Schilf und Gras bildet einen natürlichen grünen Rahmen. Die Flügel füllen die Bildbreite und schaffen eine starke waagerechte Linie.

Falkner Peter Frank Wenzel mit dem Kondor Molina

Falkner Peter Frank Wenzel und der Kondor Molina. Foto: Silas Orbe

Ein Bild über Vertrauen. Das Kondorweibchen Molina streckt Hals und Kopf zur erhobenen Hand von Falkner Peter Frank Wenzel, der neben ihr im Gras kniet. Eine kleine Geschichte in einem einzigen Bild: Der Blick des Vogels wie der des Falkners ist auf die erhobene Hand gerichtet, und die weiße Halskrause und die dunklen Flügel heben sich deutlich vom warmen, unscharfen Hintergrund aus Holzhütten und Grün ab. Die Schärfe liegt auf den beiden Hauptfiguren, und das Licht ist gleichmäßig, sodass sowohl das dunkle Gefieder des Kondors als auch die Kleidung des Falkners Zeichnung haben.

Wanderfalke im Flug dicht über dem Boden

Wanderfalke im Flug. Foto: Silas Orbe

Der Wanderfalke gehört zu den schwierigsten Vögeln, die man im Flug fotografieren kann. Silas hat ihn scharf erwischt, die Flügel in einem kraftvollen Abschlag, und der Falke fliegt mit Raum vor sich ins Bild hinein. Der helle, unscharfe Hintergrund lässt den dunklen Kopf und die gebänderte Unterseite deutlich hervortreten.

Sakerfalke im Flug vor grünem Hintergrund

Sakerfalke im Flug. Foto: Silas Orbe

Im Hochformat folgt das Bild dem Sakerfalken, dessen Flügel sich über die ganze Bildhöhe strecken. Jede einzelne Schwungfeder ist zu erkennen, und der tiefgrüne Hintergrund bildet einen weichen, dunklen Kontrast zum hellen, gemusterten Gefieder.

Falkner Peter Frank Wenzel mit verkapptem Wanderfalken auf dem Handschuh

Falkner Peter Frank Wenzel mit verkapptem Wanderfalken. Foto: Silas Orbe

Ein Bild über die Zusammenarbeit zwischen Falkner und Vogel. Der Fokus liegt auf dem Falken mit der Haube, während der Blick von Falkner Peter Frank Wenzel das Auge hinauf zum Vogel führt. Das weiche Licht bringt feine Details in Federn und Haube hervor.

Das Adlerreservat ist jetzt über den Winter geschlossen, aber die Vögel sind in guten Händen, und wir freuen uns schon darauf, Sie zu Ostern 2027 wieder zu unseren Flugvorführungen begrüßen zu dürfen. Herzlichen Dank an Silas Orbe – einen sehr talentierten Fotografen – dafür, dass er seine Bilder mit uns teilt.

 

 

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